Vorsicht beim Waldspaziergang mit dem Hund: Staupe-Gefahr

Derzeit ist die Gefahr einer Staupe-Infektion enorm hoch. Vor allem in einigen Gebieten Hessens und Niedersachsens sprachen manche Förster schon fast von einer Staupe-Epidemie, von der zunehmend nicht nur Füchse, sondern auch Waschbären betroffen sind. Infizierte Tiere machen einen apathischen Eindruck, laufen torkelnd und orientierungslos herum und zeigen sich entgegen ihrem sonstigen Verhalten nicht schreckhaft. Sie bleiben sitzen, wenn sich ihnen ein Mensch, ein Tier oder sogar ein Auto nähert und zeigen keinerlei Fluchtverhalten mehr. In der Regel verenden derart delirierte Tiere innerhalb von drei Tagen, werden sie nicht vorher vom Förster gefunden und erschossen. Die infizierten Tiere verkriechen sich im Dickicht, um dort zu sterben. Hunde, die ohne Leine im Wald ausgeführt werden, sind extrem gefährdet, denn die Infektion erfolgt auf verschiedenen Wegen: durch direkten Kontakt mit dem Tier, wenn der Hund dieses aufspürt (Tröpfcheninfektion) oder aber durch den Kontakt mit Exkrementen oder anderen Körperflüssigkeiten eines erkrankten Tieres.

Den Hund vor Infektionen schützen

Die beste Vorbeugung vor einer Staupeinfektion ist immer noch ein lückenloser Impfschutz. Bedingt durch die Impfmüdigkeit vieler Hundebesitzer tritt die Staupe in letzter Zeit wieder gehäuft und epidemieartig auf. Die Erstimpfung bekommt ein Welpe im Alter von acht bis neun Wochen in Form eines Kombinationsimpfstoffes. Die zweite Impfung erfolgt vier Wochen später. Damit ist die Grundimmunisierung abgeschlossen, die Impfung gegen Staupe muss dann erst wieder im zweiten Jahr und dann im Abstand von jeweils zwei Jahren aufgefrischt werden. In gefährdeten Gebieten empfiehlt es sich, den Hund beim Waldspaziergang nicht von der Leine zu lassen.

Symptome der Staupe beim Hund

Hundebesitzer sollten hellhörig werden und mit ihrem Hund sofort den Tierarzt aufsuchen, wenn innerhalb der Inkubationszeit von drei bis sieben Tagen nach einem Waldspaziergang bei dem Hund folgende Symptome auftreten: hohes Fieber um 40 Grad, Erkältungssymptome wie Husten, Kurzatmigkeit und Nasenentzündung, eitrige Bindehautentzündung, Durchfall, Apathie. All diese Symptome können Hinweise auf eine Staupeinfektion sein. Alte, junge und ungeimpfte Tiere sind besonders gefährdet, starke Symptome zu entwickeln. Irreparable Spätfolgen oder sogar ein tödlicher Verlauf sind hier nicht selten. Nur Tiere mit einem starken Immunsystem können die Krankheit nach etwa 14 Tagen überwinden und tragen keine Spätfolgen davon.

Ist Staupe für den Menschen gefährlich?

Trotz der engen Verwandtschaft des Staupevirus mit dem Masernvirus ist die Staupe für den Menschen ungefährlich. Der Kontakt mit dem infizierten Hund stellt kein gesundheitliches Problem dar.

Staupe und Katzen

Viele Katzenbesitzer sind verunsichert, ob ihre Katze sich ebenfalls mit der Staupe infizieren kann. Der oft falsch verwendete, umgangssprachliche Begriff „Katzenstaupe“ nährt diese Angst noch. Mit der sogenannten Katzenstaupe ist jedoch die Panleukopenie (Katzenseuche) gemeint, für die ein völlig anderer Erreger (feliner Parvovirus) verantwortlich ist. Der Erreger der echten Staupe (Canine distemper Virus) stellt für Katzen keine Gefahr dar. Auch wenn sie sich mit dem Virus infizieren sollten, treten bei ihnen keine Symptome auf.

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