Tiere aus dem Tierheim: Worauf Tierfreunde gefasst sein müssen

Copyright by folotiaEin Tier aus dem Tierheim bei sich zu Hause aufzunehmen, ist die großherzigste und beste Art, sich ein Haustier anzuschaffen. Oft werden jedoch Geduld und Toleranz des künftigen Tierhalters auf eine harte Probe gestellt. Nicht immer verläuft die Vermittlung des Tieres so, wie man es sich erträumt hat. Von ersten Anlaufschwierigkeiten in der Eingewöhnungszeit bis hin zu echten gesundheitlichen oder charakterlichen Problemen kann alles dabei sein. Wer einen Hund oder eine Katze aus dem Tierheim bei sich aufnehmen möchte, sollte deshalb sowohl das Tier selbst als auch das Tierheim aufmerksam prüfen.

Was alles schief gehen kann

Leider kommt es nicht selten vor, dass Tierbesitzer über ihre schlechten Erfahrungen mit Tierheimtieren berichten. Das gut gemeinte Werk entpuppt sich oft als mittleres Desaster. Das ist sehr schade, wird durch diese negative Propaganda doch vielen herrenlosen und einsamen Tieren die Chance genommen, ein neues, liebevolles Zuhause zu finden. Da wird zum Beispiel ein Hund vermittelt, der schon im Tierheim nur auf eine Bezugsperson fixiert war, andere Pfleger durften sich ihm nicht nähern. Dies wird dem künftigen Tierbesitzer jedoch verschwiegen. Das Problem kommt erst zu Hause zum Tragen, wenn abgesehen vom neuen Besitzer alle anderen Familienmitglieder und Besucher angebellt oder sogar gebissen werden. Ein solcher Hund würde sich maximal für einen Ein-Personen-Haushalt eignen, nicht jedoch für eine Familie. So etwas müssen Tierbesitzer aber vor der Übergabe wissen. Ein augenscheinlich pummeliger Hund bringt zwei Wochen nach der Vermittlung drei Welpen zur Welt. Die Schwangerschaft des Tieres hat bei der Vermittlung jedoch niemand erwähnt. Ein Schock für die neuen Halter, die nur einen Hund wollten und plötzlich vor dem Problem stehen, vier Hunde durchbringen zu müssen. Die einzig logische Konsequenz, nämlich Mutter samt Welpen wieder an das Tierheim zurückzugeben, fällt vielen schwer. Oft geschieht es auch, dass Hunde oder Katzen als stubenrein abgegeben werden, sich in der neuen Umgebung aber alles andere als das erweisen. Da kann so manchem schon die Lust vergehen. Echte Tierfreunde sollten sich von solchen Geschichten aber nicht abschrecken lassen, sondern bei der Wahl des neuen Vierbeiners nicht nur ein sehr aufmerksames Auge haben, sondern sich Rat und Hilfe außerhalb des Tierheims suchen. Ein Tier aus dem Tierheim gehört zuerst zum Tierarzt, der das Tier auf mögliche Krankheiten, Schwangerschaften und Behinderungen untersucht. Dabei kann auch gleich ein umfassender Impfschutz vorgenommen werden. Das ist umso wichtiger, wenn zu Hause schon andere Tiere leben. Um die Gefahr der Ansteckung zu minimieren und die Eingewöhnung zu erleichtern, sollte der Neuzugang für die ersten zwei Tage einen eigenen Raum bekommen. Dann können sich alle Beteiligten an die neue Situation gewöhnen, die Gefahr von Verhaltensauffälligkeiten (auf beiden Seiten) wird deutlich gemindert.

In diesem Zusammenhang möchte ich gerne auf das Projekt Tierheimhelden aufmerksam machen!!

Nicht jedes Tierheim ist gut

Wer sich einen neuen Mitbewohner aus dem Tierheim holen möchte, sollte nicht unbedingt das nächstgelegene Tierheim ansteuern, sondern sich vorher über die Qualität des Hauses informieren. Werden die Tiere dort von einem eigenen Tierarzt betreut, vor der Übergabe noch einmal gecheckt und ein letztes Mal geimpft? Wie ehrlich sind Heimleitung und Pfleger in Bezug auf Eigenarten, Auffälligkeiten, Vorlieben und Krankheiten eines Tieres? Werden diese lieber unter den Teppich gekehrt oder wird der künftige Tierbesitzer gründlich darüber informiert, um sich besser darauf einstellen zu können? Vom Tierheim selbst sollten auch Fragen an den Tierbesitzer kommen, denn wer seine Aufgabe ernst nimmt, möchte auch, dass die anvertrauten Tiere es in ihrem späteren Zuhause gut haben. Als künftiger Tierhalter sollte man aber auch nicht hinter dem Berg halten damit, wie die Familien- und Wohnverhältnisse aussehen, wie viel Zeit täglich dem Tier gewidmet werden kann und ob man eventuellen Problemen gewachsen sein wird (vieles lässt sich mit viel Geduld wegerziehen, alles jedoch nicht). Also: das Tier nicht nach seinem Aussehen oder der schönen Fassade des Tierheimes auswählen, sondern gucken, ob es wirklich zur eigenen Lebenssituation passt. Nur so ergibt sich eine dauerhafte Freundschaft, die ein ganzes Tierleben lang hält.

1 Antwort
  1. Conny
    Conny says:

    Ein sehr informativer Artikel. Viele wissen gar nicht, was tatsächlich alles auf sie zukommt, wenn es darum geht, ein Tier aus dem Tierheim zu nehmen. Man sollte sich vorher ausführlich informieren und Gedanken machen, ob es das richtige ist und ob man diesen Weg überhaupt gehen kann.

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