Tiere aus dem Netz

Das Internet als Einkaufsquelle wird immer beliebter. Nicht nur Kleidung und Dinge des täglichen Bedarfs kommen per Online-Bestellung, auch die Tickets für den nächsten Urlaub. Ja, sogar der neue vierbeinige Freund für die Familie wird immer öfter im Internet gesucht. Dagegen ist im Grunde auch gar nichts einzuwenden, nur tummeln sich leider im Netz sehr viele Betrüger, die den kaufwilligen Tierfreunden das Geld aus der Tasche ziehen, das gewünschte Tier kommt jedoch nie bei ihnen an.

Natürlich darf man nicht alle über einen Kamm schweren. Die privaten und auch gewerblichen Anbieter im Internet sind durchaus seriös. Wer zum Beispiel auf der Suche nach einer bestimmten Katzenrasse ist, wird in einer Tierbörse im Internet wesentlich mehr Tiere der gewünschten Rasse finden als das beim Besuch eines einzigen Züchters der Fall ist. Oft werden Rassetiere von Züchtern zu günstigen Preisen vermittelt, weil diese für die Zucht nicht mehr in Frage kommen. Das muss aber nicht heißen, dass mit Bello oder Minka etwas nicht in Ordnung ist. Künftige Tierbesitzer müssen aber wissen, dass die Tiere oft schon etwas älter sind, manchmal nur mehrere Monate, manchmal aber auch drei, vier, fünf oder mehr Jahre. Wer also ein Jungtier sucht, ist hier an der falschen Adresse. Ältere Tiere werden oft auch von Privatanbietern oder Tierheimen vermittelt, manchmal sind aber auch Katzenkitten bzw. Hundewelpen dabei.

Ein Tier von Privat

Gründe für private Tiervermittlungen gibt es viele: eine aufgetretene Tierhaarallergie, die finanziellen Verhältnisse haben sich so gravierend geändert, dass eine Unterhaltung des Tieres nicht mehr möglich ist, die Katze oder der Hund haben Nachwuchs bekommen, der jetzt in gute Hände vermittelt werden soll. Manchmal müssen sich Katzenbesitzer auch von ihrem Liebling trennen, weil eine plötzlich auftretende und anhaltende Unsauberkeit eine Wohnungshaltung unmöglich macht, die Haltung als Freigänger aufgrund der Wohnlage aber ebenso wenig möglich ist. Dann muss das Tier schweren Herzens als Freigänger an einen anderen Haushalt vermittelt werden. Seriöse Anbieter sind daran erkennbar, dass diese einen oder gar mehrere Besuchstermine anbieten, sodass das Tier nicht „blind“ gekauft werden muss, sondern der Interessent vorher schauen kann, ob die Chemie zwischen Tier und Mensch stimmt. Und auch der bisherige Besitzer kann prüfen, ob der Interessent geeignet ist. Eine geringe Prozentzahl der Anbieter besteht jedoch aus schwarzen Schafen, auf die leider viele tierliebe Menschen immer wieder hereinfallen.

Die Maschen der Betrüger

In der Anzeige auf der Internetplattform sind meist ein Foto und ein herzerweichender Text zu finden. Auf die Anfrage hin kommt eine Antwort per E-Mail, dass sich das Tier noch im Ausland befindet, nach der Zahlung einer Zollgebühr aber umgehend nach Deutschland befördert wird. Tierfreunde, die darauf hereinfallen, sehen ihr Geld nie wieder. Dass auch niemals ein Tier bei ihnen ankommt, muss wohl nicht extra erwähnt werden. Oft stellt sich heraus, dass es sich bei dem Bild um eine billige Kopie handelt, welche immer wieder für Anzeigen gleicher Art eingesetzt wird. Wer eine solche betrügerische Anzeige entdeckt, kann sie bei dem jeweiligen Portal melden, sodass der Anbieter gesperrt wird. Dennoch passiert es immer wieder, dass die Betrüger ein Loch in der Wand finden und erneut Anzeigen schalten.

Tierkauf ist Vertrauenssache. Damit alles reibungslos und ohne Enttäuschungen über die Bühne geht, ist der Besuch eines Züchters in der näheren Umgebung oder im Tierheim ratsam. Wer doch auf Angebote aus dem Netz zurückgreifen möchte, sollte auf Seriosität achten und angebotene Besuchstermine unbedingt in Anspruch nehmen.

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