Schäden durch Haustiere – wer trägt die Kosten?

Nach statistischen Erhebungen leben ungefähr 23 Millionen Haustiere in deutschen Haushalten. Den größten Anteil nehmen dabei die Katzen ein, gefolgt von Hunden, Kleintieren und Fischen. Leider kann auch das netteste Tier Schäden verursachen, die der Besitzer zu tragen hat, meist unabhängig davon, ob ihn selbst ein Verschulden trifft oder nicht. Aus diesem Grunde gibt es für eine Reihe von Haustieren entsprechende Versicherungen. Während für Hunde, Pferde und Esel spezielle Tierhalterhaftpflichtversicherungen abgeschlossen werden können, springt bei Katzen, Meerschweinchen, Hamstern, Vögeln, Fischen und anderen Kleintieren die private Haftpflichtversicherung ein, allerdings nur bei Fremdschäden und auch nur bei Schäden, die durch ein plötzliches Ereignis entstanden sind. Hat also die Katze in der Mietwohnung über Jahre durch ständiges Springen Türen und Fenster zerkratzt oder Wand- bzw. Bodenfarbe abgenutzt, bleibt dem Tierhalter nichts anderes übrig, als den Schaden auf eigene Kosten beseitigen zu lassen. Reißt die Katze aber zum Beispiel beim Nachbarn das Geschirr vom Tisch, übernimmt die private Haftpflichtversicherung die Kosten. Muss die Katze von der Feuerwehr vom Baum geholt werden, sind auch solche Kosten abgedeckt.

Als größte Schadensverursacher gelten Hunde, die nicht nur Beschädigungen an fremdem Eigentum verursachen, sondern vor allem durch unkontrolliertes Verhalten durchaus schwere Personenschäden verursachen können. Sei es, dass der Hund sich losgerissen hat und fremde Personen wie Radfahrer oder Jogger beißt oder zu Fall bringt, vor ein Auto läuft und dadurch schwere Verkehrsunfälle verursacht, oder Kinder verletzt: die Kosten, die hierbei entstehen können, erreichen schnell mehrstellige Beträge. Deshalb muss beim Abschluss einer Tierhalterhaftpflichtversicherung auf eine entsprechend hohe Deckungssumme geachtet werden. Allerdings empfiehlt es sich, genau auf das Kleingedruckte zu achten, manche Versicherungen zahlen nur in bestimmten Fällen, und lehnen die Übernahme der Kosten ab, wenn das Tier nicht angeleint war und keinen Maulkorb trug. Einige Gesellschaften lehnen auch die Versicherung so genannter Kampfhunde ab oder versichern diese Tiere nur zu besonders erhöhten Beiträgen.

Auch Aquarianer haben zuweilen mit Schäden zu kämpfen, die durch das Auslaufen von Wasser oder Platzen des Aquariums bei zu hoher Belastung entstehen. Richtet das Wasser zum Beispiel in der darunterliegenden Wohnung Schäden an, können diese durch die private Haftpflichtversicherung übernommen werden, Schäden am eigenen Mobiliar können über eine Zusatzvereinbarung zur Hausratversicherung abgedeckt werden.

Für Halter von exotischen Tieren wie Schlangen, Spinnen oder Skorpionen besteht die Möglichkeit, bei einzelnen Versicherungsgesellschaften nachzufragen. Schäden durch diese Tiere sind nicht sehr häufig, dennoch kann der Fall eintreten, dass ein giftiges Tier entweicht und aufwendig auf Kosten des Besitzers wieder eingefangen werden muss

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