Niedersachsen macht Ernst: Der Hundeführerschein ist Pflicht

Niedersächsische Behörden nehmen seit dem 01.07.2013 die Hundehaltung nicht mehr auf die leichte Schulter. Neue Hundehalter müssen sich einem umfangreichen Test unterziehen, ob sie überhaupt für die Hundehaltung geeignet sind.

Schon lange im Gespräch, oft umstritten und heiß diskutiert wurde der sogenannte Hunde-Führerschein. Dabei handelt es sich um eine Prüfung, die künftige Hundehalter ablegen müssen, bevor sie sich überhaupt einen Hund anschaffen dürfen. In Niedersachsen ist der Hundeführerschein seit dem 01. Juli verpflichtend. Angesichts der in der Presse immer wieder auftauchenden Schreckensmeldungen über Unfälle, bei denen Menschen durch Hundebisse zu Schaden gekommen sind, gar nicht so unsinnig. Oft liegt es nämlich an der falschen Erziehung, wenn Hunde Verhaltensauffälligkeiten an den Tag legen. Da muss ein Hund noch nicht einmal gezielt auf Menschen oder andere Tiere abgerichtet werden. Oft führen schon fehlende Konsequenz, eine für den Hund unklare Rangordnung oder mangelndes Durchsetzungsvermögen dazu, dass etwas aus dem Ruder läuft. Der Hundeführerschein hat aber noch einen anderen Hintergrund, den Tierschützer sehr begrüßen: Künftig kann sich nicht mehr jeder aus einer Laune heraus einen Hund anschaffen, der vernachlässigt, misshandelt oder ausgesetzt wird, wenn die Besitzer seiner überdrüssig geworden sind. Denn die Eignungsprüfung als Hundehalter ist mit einigen Pflichten verbunden.

Bedingungen des Hundeführerscheins

Die Prüfung für künftige Hundehalter umfasst einen theoretischen und einen praktischen Teil. Der theoretische Teil muss vor der Anschaffung eines Hundes absolviert werden, der praktische Teil folgt im ersten Jahr der Hundehaltung. Lediglich diejenigen, die im Zeitraum der vergangenen zehn Jahre über eine Dauer von mindestens zwei Jahren bereits einen Hund gehalten haben, müssen den Hundeführerschein nicht absolvieren. Die übrigen Punkte gelten für sie jedoch ebenso. Dazu gehören das chipen lassen des Hundes, die Meldung in einem zentralen Register und eine Haftpflichtversicherung für den Hund.

Information ist wichtig – nicht nur zu Prüfungszwecken

Wer wirklich ernsthaft vorhat, sich einen Hund zuzulegen, sollte den theoretischen Teil nicht zu leicht nehmen. Natürlich muss sich niemand auf die Prüfung vorbereiten, sinnvoll ist es aber auf jeden Fall. Künftige Hundebesitzer erhöhen damit nicht nur ihre Chancen, die Prüfung auf Anhieb zu bestehen, sondern lernen im Vorfeld viel über ihren vierbeinigen Freund. Im Internet sind die insgesamt 35 Originalfragen des Tests abrufbar. Sie können direkt online beantwortet werden, die richtigen Lösungen werden im Anschluss präsentiert. Der Test befasst sich mit Fragen rund um das Sozialveralten, die Erziehung sowie die Fruchtbarkeit. Bis zu welchem Alter sind Rüden zeugungsfähig? Hat die Zwingerhaltung Einfluss auf das Verhalten des Hundes? Gibt es Rassen, die besonders kinderlieb sind? Solche und viele andere Fragen müssen neue Hundehalter richtig beantworten können. Im eigenen und im Interesse des Hundes sollten sich Hundeliebhaber schon lange im Vorfeld gründlich informieren, denn es geht hier nicht nur um das Bestehen eines Tests, sondern um eine dauerhafte Bindung zwischen Mensch und Tier, die für beide Seiten erfüllend sein soll.

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