Kastrationspflicht für Freigänger

Katzen kastrierenDass unerwünschte Katzenpopulation ein Problem ist, ist nicht neu. Allerdings setzt der Stadtrat von Hessisch-Lichtenau jetzt ein klares Zeichen und verpflichtet Katzenbesitzer dazu, ihre Freigänger-Katzen kastrieren zu lassen.

Tierschutzvereine appellieren schon seit Jahrzehnten an alle Katzenbesitzer, ihre freilaufenden Katzen kastrieren zu lassen. Wer im Tierheim eine Katze adoptiert, muss zwar eine bestimmte Gebühr bezahlen, in der aber in der Regel die erfolgte Kastration bereits enthalten ist. Züchter geben Liebhabertiere, die nicht zur Zucht bestimmt sind, nur als Kastraten an ihre neuen Besitzer ab. Mit all diesen Maßnahmen soll verhindert werden, dass Katzen sich unerwünscht vermehren und die Besitzer dann vor dem Problem stehen, diese zu versorgen oder zu vermitteln.

Eine Katze wird mit einem halben Jahr geschlechtsreif und bringt von da an pro Wurf im Durchschnitt zwei bis sechs Junge zur Welt. Und das mehrmals im Jahr!

Rüde Sitten wie das Ertränken gerade geborener Katzenbabys oder das Aussetzen an Autobahnraststätten sind leider noch immer üblich. Läuft es für die Kleinen einigermaßen gut, landen sie im Tierheim. Dort werden sie wenigstens gut versorgt. Die Aussicht auf ein neues Zuhause ist jedoch schlecht, da die Tierheime übervoll sind und die Auswahl dort entsprechend groß.

Tierschutzvereine unterstützen Katzenbesitzer

Die Kastration einer Katze ist teuer, auf lange Sicht jedoch die günstigere Lösung. Für einen Kater müssen Katzenbesitzer für den Eingriff etwa 60 Euro einkalkulieren, für eine Katze kostet er etwa 90 Euro. Die Preise variieren je nach Tierarzt. Wer sich das nicht leisten kann, sollte sich überlegen, ob er überhaupt in der Lage ist, sich eine Katze anzuschaffen. Mit Futter und Streu ist es schließlich nicht getan. Da nimmt die Kastration noch den geringeren Teil der Tierarztkosten ein. Tierschutzvereine bieten dennoch Katzenbesitzern, die finanziell weniger gut gestellt sind, ihre Unterstützung an. Sie vergeben einmal oder sogar mehrmals im Jahr Gutscheine an kastrationswillige Katzenbesitzer (meist in Höhe von 10 bis 20 Euro), um deren Kosten zu reduzieren.

Das allein scheint als Anreiz jedoch nicht zu genügen, gibt es immer noch zu viele unkastrierte Katzen. Und das nicht nur unter den wild lebenden Katzen so, sondern auch unter den Tieren, die in der Wohnung oder im Haus gehalten werden.

Amtliche Verordnung soll Katzenpopulation aufhalten

Wie viele andere auch ist der Tierschutzverein in Hessisch Lichtenau redlich bemüht, die Katzenhalter von der Wichtigkeit einer Kastration zu überzeugen. Mit geringem Erfolg. Der Stadtrat hat nun einen hoffentlich richtungsweisenden Beschluss gefasst: Katzenhalter sollen per amtlicher Verordnung dazu verpflichtet werden, ihre frei herumlaufenden Katzen kastrieren zu lassen. Das gilt übrigens auch für diejenigen, die wild lebende Katzen regelmäßig füttern. Dann nämlich gelten sie schon als Katzenbesitzer und müssen für die Kastration aufkommen. Die Kastration soll im Alter von fünf Monaten erfolgen, die Tiere sollen durch Tätowierung oder Mikrochip gekennzeichnet und in eine Datenbank aufgenommen werden. Wer sich nicht an die Verordnung hält, muss mit einem Verwarngeld von 35 Euro rechnen.

Bleibt zu hoffen, dass sich in Hessisch Lichtenau in naher Zukunft grundlegend etwas ändert und die amtliche Verordnung nun Anreiz genug ist, alle Katzen mit Freigang kastrieren zu lassen. Sollte die Rechnung der Stadt aufgehen, werden hoffentlich bald andere ihrem Beispiel folgen.

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  1. […] eine plötzlich auftretende und anhaltende Unsauberkeit eine Wohnungshaltung unmöglich macht, die Haltung als Freigänger aufgrund der Wohnlage aber ebenso wenig möglich ist. Dann muss das Tier schweren Herzens als […]

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