Frettchen – kleine Räuber mit großen Ansprüchen

Wer ein Frettchen zum ersten Mal sieht, ist erstaunt über seine Neugier und Anhänglichkeit. Kein Wunder, dass manche Menschen sich auf  Anhieb in das possierliche Tier verlieben, und Kinder sich das muntere Kerlchen als Haustier wünschen. Doch für die artgerechte Haltung sollte man einiges über seine Bedürfnisse und Eigenarten wissen.

Ein Frettchen ist kein zahmes Haustier
Die marderartigen Raubtiere sind eng verwandt mit dem Iltis. Aus dieser Wildform züchtete man sie für die Kaninchenjagd. Im Laufe der  Jahrhunderte wurde die Beziehung zum Menschen enger. Damit ist das Frettchen zwar kein Wildtier mehr, als Haustier völlig domestiziert wurde es jedoch nie. Was die Haltung in der Wohnung erschwert, denn man muss die Umgebung dem Tier anpassen. Beim Freilauf sind alle  zerbrechlichen Gegenstände aus dem Weg zu räumen. Kabel und Plastikteile könnte das Tier fressen und sich vergiften. Kaninchen, Meerschweinchen oder Stubenvögel müssen vor dem Jagdtrieb des Frettchens geschützt werden.

Die Grundbedürfnisse des Frettchens
Das Rudeltier Frettchen muss man mindestens paarweise halten. Zwar werden Hunde und Katzen als Spielkameraden akzeptiert, den  Artgenossen kann so ein Haustier aber kaum ersetzen. Das Frettchen soll sich nicht an Dosen- oder Trockenfutter sattfressen. Es braucht auch leicht verdauliches Frischfleisch. Frettchen sind Raubtiere und das riecht man. Zwar sollten Rüden und Fähen kastriert werden. Die für den  strengen Duft verantwortlichen Analdrüsen zu entfernen ist jedoch verbotene Tierquälerei. Völlig stubenrein werden die Tiere selten. Deshalb  verteilt man mehrere Katzenklos in Käfig und Wohnung.

Ein Frettchen ist nicht immer stubenrein. Gute Reinigungsprodukte helfen effektiv.

Käfig oder Gehege?
Der stabile Käfig sollte eine Grundfläche von mindestens einem Quadratmeter besitzen und anderthalb bis zwei Meter hoch sein. Zwischenböden  mit Leitern, Röhren und Brettern tragen dem Klettertrieb Rechnung. Handtücher, Hängematten und Schlafhäuschen liefern  Versteckmöglichkeiten. Ideal ist ein großes Außengehege mit mehreren Etagen, das Platz zum Buddeln bietet und ein Wasserbecken. Denn die  kleinen Marder planschen gerne. Um gesund zu bleiben, benötigen sie intensive Bewegung und Beschäftigung. Mindestens zweimal am Tag steht Spaziergang im Freien oder Toben durch die Wohnung auf dem Programm. Selbst bei einem geräumigen Gehege sollte man den Tieren ihren  täglichen Auslauf von zwei, besser vier Stunden unbedingt gönnen. Zwar wird der Räuber nie ein Haustier im klassischen Sinne. Bei guter Haltung kann er jedoch sieben bis acht Jahre mit seinen Menschen verbringen.

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


*