Freilebende Katzen – Wer füttert, ist verantwortlich

Wohlmeinende Katzenfreunde, die streunende Katzen (mit)füttern, haben künftig das Nachsehen, denn sie werden automatisch zum Besitzer und somit ordentlich zur Kasse gebeten.

Dort, wo Katzen leben, kommen oft auch fremde Katzen hinzu. Gutherzige Katzenbesitzer fangen schnell an, die Mitleid erregend maunzenden Streuner mit zu füttern. Viele wissen jedoch nicht, dass sie bei regelmäßiger Fütterung von frei laufenden Katzen automatisch deren Besitzer werden, was angesichts der sich zuspitzenden Rechtslage richtig teuer werden kann.

Kastrationspflicht für Katzen

Tierschutzvereine unterstützen Tierbesitzer schon lange dabei, ihre frei laufenden Katzen kastrieren zu lassen, um die übermäßige Katzenpopulation in den Griff zu bekommen. Seit die Forderungen nach einer Kastrationspflicht laut geworden sind, reagieren immer mehr Kommunen und Städte mit einer Auflage für Katzenbesitzer, die zumindest ihre weiblichen Katzen mit Freigang kastrieren und chipen lassen sollen. Das Problem der so genannten Katzenplage betrifft immer mehr Städte. Katzenbesitzer, die ihre Tiere nicht kastrieren lassen, tun ihnen damit keinen Gefallen, denn der Nachwuchs wartet oft vergeblich auf ein neues Zuhause. Viele Tierheime werden der Tierschwemme nicht mehr Herr und verhängen ein Aufnahmestopp. Die Folge: Es gibt immer mehr frei laufende, wild lebende Katzen, die sich unkontrolliert vermehren. Viele von ihnen sind krank, werden misshandelt und hungern. Wer diese armen Kreaturen füttert, tut auf den ersten Blick zwar ein gutes Werk, jedoch ist es damit nicht getan. Die Wilden müssten dringend kastriert und geimpft werden. Mit Einführung der Kastrationspflicht begeben sich fütternde Katzenfreunde auf dünnes Eis

Verantwortung und Kosten im Blick behalten

Eines vorweg: Wer mit dem Füttern einer frei laufenden Katze beginnt, darf nicht einfach wieder aufhören, wenn es plötzlich zu teuer wird. Auch sollte immer im Gedächtnis bleiben, dass nach der aktuellen rechtlichen Lage jeder, der frei laufende Katzen füttert, damit automatisch zu deren Besitzer wird. Das bedeutet, dass der Betreffende dafür verantwortlich ist, dass das Tier kastriert und gechipt wird. Und: Städte und Kommunen führen inzwischen Kontrollen durch, ob die Auflage auch eingehalten wird. Katzenbesitzer, die ihren Katzen Freilauf gewähren, ohne sie kastrieren und chipen zu lassen, müssen mit einer Geldbuße in beträchtlicher Höhe (maximal 5.000 Euro) rechnen. Das gilt ebenso für diejenigen, die fremde Katzen mit versorgen. Die Verantwortung für wilde Katzen dürfen deshalb nur noch diejenigen übernehmen, die auch die Kosten für eine Kastration tragen können (pro Tier zwischen 60 und 100 Euro). Dass irgendwo gefüttert wird, spricht sich in der Katzenwelt schnell herum. Aus einem Tier können schnell zehn werden und dann wird nicht nur das Futter teuer, sondern auch die darüber hinausgehende, notwendige Versorgung. Von umliegenden Nachbarn, denen die regelmäßigen Katzenversammlungen schnell zu viel werden können, ganz zu schweigen. Manchmal muss gut gemeinte Tierliebe also wohl überlegt sein.

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