Fellpflege freiheitsliebender Rassekatzen: nicht immer ganz einfach

Geht es nach den Züchtern, sollen Rassekatzen möglichst immer im Haus gehalten werden. Allerdings geht das vielen Katzenfreunden gegen den Strich und sie gönnen ihren Fellnasen lieber freien Auslauf. Das erschwert die Fellpflege allerdings erheblich.

Grundsätzlich ist gegen eine Haltung von Rassekatzen als Freigänger nichts einzuwenden. Das muss jeder Katzenbesitzer mit seinem Gewissen vereinbaren. Auf der einen Seite steht der Wunsch, auch Rassekatzen alle Rechte normaler Hauskatzen zuzugestehen, anstatt sie ihr Leben lang einzusperren. Auf der anderen Seite steht natürlich die Gefahr, dass Rassekatzen beliebte Sammelobjekte sind und eher einmal einem Tierfänger zum Opfer fallen, der sie anderweitig verscherbelt. Wie hoch diese Gefahr ist, hängt maßgeblich vom Wohngebiet ab. Einen gewissen Schutz bieten Tätowierung oder ein Chip, damit die Tiere einwandfrei identifiziert werden können und mit etwas Glück wieder bei ihrem eigentlichen Besitzer landen. Wer seinen Katzen Freilauf und Sicherheit gleichermaßen bieten möchte, findet vielleicht den idealen Kompromiss in einem gesicherten Garten. So schön das Freigängerleben für die Katze ist, sollten Besitzer sich darüber im klaren sein, dass sich der Aufwand für die Fellpflege erhöhen wird.

Unerlässlich: tägliches Kämmen und Bürsten

Während Kurzhaarrassen nicht viel mehr Pflegeaufwand erfordern (gelegentliches Ausbürsten von Kletten oder ähnlichem genügt), erhöht sich der Aufwand bei langhaarigen Tieren erheblich. Selbst solche wie zum Beispiel Ragdolls, die als sehr pflegeleicht gelten und normalerweise überhaupt nicht gekämmt werden müssen, müssen mit dem ersten Tag des Freigängerlebens auch an Kamm und Bürste gewöhnt werden. Tägliches Kämmen ist unverzichtbar, da sich in dem langen Fell schnell kleine Ästchen, Kletten, Blumensamen und vieles mehr verfangen. Diese unerwünschten Mitbringsel müssen gründlich ausgekämmt werden. Auch neigt das Fell eher zum Verfilzen, wenn die Katze draußen nass wird. Allerdings sollte das Kämmen dann erst durchgeführt werden, wenn das Fell wieder richtig trocken ist, weil das Kämmen oder Bürsten von nassem Fell das Problem noch verschlimmert. Was im Sommer noch gut zu bewältigen ist, stellt sich im Winter als echtes Problem heraus. Liegt draußen viel Schnee, wird das Fell unweigerlich verfilzen und verknoten, so viel der Katzenbesitzer auch kämmt. Manchmal hilft dann nur das komplette Entfernen des verfilzten Fells.

Katzen scheren – warum nicht?

Als letzter Ausweg bei stark verfilztem Fell hilft tatsächlich nur eine Schur. Völlig unkompliziert und schmerzfrei wird das beim Tierarzt durchgeführt. Unter Vollnarkose wird der Katze das verfilzte Fell entfernt und ihr eine schicke Frisur verpasst. Oft kann das Fell an Beinen und Kopf stehen bleiben, der Rest des Körpers bekommt eine Kurzhaarfrisur. (Keine Angst, das wächst wieder nach). Wer es zu Hause selbst versuchen möchte, hat zwei Möglichkeiten: entweder in Handarbeit mit einem grobzinkigen Kamm und einer gut schneidenden Schere, die immer oberhalb der Kammzinken entlang geführt wird, um die Katze nicht zu verletzen oder, sofern dem Tier die Geräuschkulisse nichts ausmacht, mit einem leistungsstarken Langhaarschneider.

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


*