Die Tiersammler – wie viel ist zuviel?

Es gibt Leute, die können nicht genug von ihren Haustieren bekommen. Im Laufe der Zeit werden es immer mehr. Während manche sich auf eine einzige Tierart beschränken, herrscht bei anderen ein buntes Durcheinander unterschiedlichster Arten und Rassen. Manche davon werden von Privat oder beim Züchter gekauft, andere aus dem Tierheim „gerettet“ oder von der Straße aufgelesen. Bei allem guten Willen stellt sich die Frage, ob die vielen Tiere noch ihren Bedürfnissen entsprechend versorgt werden können oder ob sie nicht von einem Elend in das nächste geraten. So groß die Tierliebe auch sein mag, sollte das Wohlergehen der Tiere immer im Vordergrund stehen. Wo die Grenzen der Tierhaltung sind, hängt maßgeblich von den Wohnverhältnissen und der persönlichen, finanziellen Situation ab und muss individuell beurteilt werden.

Vom Bauernhof bis zur Stadtwohnung – wie viel Spielraum für Tierhaltung?

In einer kleinen Stadtwohnung ist der Platz für Tiere sehr begrenzt. Dennoch schrecken auch hier manche Tierhalter nicht davor zurück, auf 60 Quadratmetern mehrere Hunde und/oder Katzen zu halten. Einmal abgesehen von dem hohen Verschleiß des Wohnraums wird auch der Lärmpegel sowie im Extremfall der Geruch aus der betreffenden Wohnung den Mitmietern sowie dem Vermieter übel aufstoßen. Der Ärger ist vorprogrammiert. Allein zum Wohle der Tiere sollte die Anzahl der vierbeinigen oder geflügelten Mitbewohner dahingehend beschränkt werden, dass ein harmonisches und stressfreies Miteinander gegeben ist. Anders sieht es in ländlichen Gegenden oder gar auf Bauernhöfen aus. Hier stellt die Haltung mehrerer Hunde, Katzen und Kleintiere überhaupt kein Problem dar, da den Tieren hier genug Freilauf geboten werden kann.

Artgerechte Haltung muss gegeben sein

Wer viele Tiere halten möchte, sollte sich darüber im klaren sein, dass diese Haltung artgerecht sein muss. Es kann nicht angehen, dass aus Platzmangel das Kaninchen nur im Käfig gehalten wird, zumal die Alleinhaltung sowieso nicht artgerecht ist. Auch Kleintiere wie Kaninchen, Meerschweinchen und Ratten brauchen ihren täglichen Auslauf, sei es in der Wohnung oder in einem Freigehege im Garten. Katzen werden vielerorts als Wohnungstiere gehalten, weil angrenzende, verkehrsreiche Straßen oder die Hausordnung in einem Mietshaus nichts anderes zulassen. Artgerecht ist das jedoch nicht. Und dem Hund genügt es nicht, drei mal täglich kurz für die Notdurft vor die Tür gelassen zu werden. Er braucht seinen täglichen Auslauf und Beschäftigung, damit er keine Verhaltensauffälligkeiten entwickelt.

Den Kostenfaktor nicht unterschätzen

Tierhaltung ist teuer, das wird oft unterschätzt. Der Kostenfaktor Futter stellt da noch das geringste Problem dar. Je älter die Tiere werden, umso öfter ist ein Tierarztbesuch notwendig und das zusätzlich zu den jährlich anfallenden Routineuntersuchungen, Wurmkuren und Impfungen. Gerade dort, wo viele Tiere in einer Gemeinschaft leben, ist die Gefahr der Ansteckung sehr hoch. Die Behandlung einer Giardieninfektion beispielsweise, bei der sämtliche Tiere prophylaktisch mitbehandelt und alle Räume täglich desinfiziert werden müssen, ist mitunter sehr langwierig und kann je nach Anzahl der Tiere in einen hohen vierstelligen Bereich gehen. Bei aller Liebe und allem Mitleid für herrenlose Tiere müssen Tierhalter vorher überlegen, ob sie für derartige Situationen finanziell gewappnet sind.

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


*