Die Kornnatter

Die Kornnattern sind Klassiker der Terraristik. Diese wunderschönen, ruhigen und robusten Pfleglinge benötigen nicht allzu viel Platz und stelle auch sonst keine unerfüllbaren Ansprüche an den Halter. Kein Wunder, dass wohl keine andere Schlangenart derart häufig gepflegt, vermehrt und sogar regelrecht auf bestimmte Farben und Muster hin gezüchtet wird. Und eine Kornnatter war häufig die erste Schlange (oder zumindest eine der ersten) vieler langjähriger Terrarianer. Auch ist es heute sehr einfach, an gesunde Nachzuchttiere zu kommen. Wildfänge müssen praktisch überhaupt nicht mehr eingeführt werden – die Kornnatter ist ein Paradebeispiel für die vielen Erfolgskapitel der Terraristik.

Was sind Kornnattern?
Die Kornnattern werden wissenschaftlich Pantherophis guttatus genannt, was übersetzt etwa „Gefleckte Pantherschlange“ bedeutet. Bis vor kurzem lautete ihr wissenschaftlicher Name noch Elaphe guttata, sie wurde also der ehemaligen Großgattung Elaphe (Kletternattern) zugerechnet. Um die Jahrtausendwende stellten Herpetologen (also Wissenschaftler, die sich mit Amphibien und Reptilien befassen) aufgrund genetischer Analysen jedoch fest, dass unter all den vielen Arten von Kletternnattern solche gibt, die unterinander noch einmal näher verwandt sind als mit den übrigen, und die Gattung Elaphe wurde daher in viele kleinere Gattungen gespalten – eine davon ist auch Pantherophis. Als Folge der vorherigen Einteilung lesen sie aber in Artikeln älteren Datums und auch heute noch oftmals, z.B. in Kleinanzeigen, die Bezeichnung Elaphe guttata.

Wie im Namen „Kornnatter“ schon anklingt, gehört Pantherophis guttatus zur Familie der Nattern (Colubridae), mit rund 1900 Arten die größte Schlangenfamilie überhaupt. Innerhalb dieser wiederum wird die Kornnatter in die Unterfamilie der Eigentlichen Nattern (Colubrinae) gestellt. Zu ihrer Gattung Pantherophis zählen außerdem noch Pantherophis bairdi (Bairds Kletternatter), Pantherophis obsoletus (Erdnatter) und Pantherophis vulpinus (Fuchsnatter), die wie die Kornnattern allesamt in Nordamerika vorkommen. Außerdem gibt es noch einige unmittelbar Verwandte und äußerlich der Kornnatter sehr ähnliche Arten die man im so genannten „guttatus-Komplex“ zusammenfasst. Die Verwandtschaftsverhältnisse innerhalb dieses Komplexes sind zurzeit Gegenstand intensiver Untersuchungen – sichere Aussagen lassen sich noch nicht treffen, zumal systematische Einordnungen von Lebewesen ohnehin letzlich immer Ansichtssache bleiben. Es scheint sich jedoch folgendes Bild abzuzeichnen: Die Kornnatter Pantherophis guttatus, besitzt keine Unterarten – früher als Unterarten geführte Formen haben sich mittlerweile als eigene Arten oder im Gegenteil lediglich als nicht wirklich eigenständig Varianten herausgestellt. Somit zählen nach aktuellem Stand außer Pantherophis guttatus (inklusive der früher als Unterart angesehenen Form“rosacea“) noch die Prärie-Kornnatter (Pantherophis emoryi; inklusive der früher als Unterarten betrachteten Formen „intermontanus“ und „meahllmorum“) sowie Slowinskis Kornnatter (Pantherophis slowinski) zum „guttatus“ Komplex.

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  1. […] Darum entledigen sich Schlangen von Zeit zu Zeit diese Hornschicht der Oberhaut – junge Kornnattern etwa monatlich ältere nur noch alle drei oder vier Monate. Bereits einige Zeit vorher […]

  2. […] ruhigen Bewegungen schlängelt Pantherophis guttatus durch das Gelände, schwimmt auch gut und scheut sich nicht, Büsche, Bäume oder […]

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