Das „Märchen“ von der artgerechten Haltung

Immer mehr Menschen denken man könnte bedrohte Lebewesen dadurch retten, das man sie in Tierreservaten oder Zoos einpfercht, züchtet und durch die Medien katapultiert.

Nachdem Knut von einige Monate durch die Medien gezerrt und zu einem weltweiten Medienereignis mutierte ereilt Eisbärin „Flocke“ aus Nürnberg nun dasselbe Schicksal.

Ein kleiner Bär, mit einem menschlichen Namen wird zu einem Weltstar und wirtschaftlichen Faktor für den Zoo. Zu einer Einnahmequelle von der wahrscheinlich selbst der gut besuchte Berliner Zoo bzw. nun der Nürnberger nie zu träumen gewagt hätte. Man sollte sich nun die Frage stellen weshalb die beiden Eisbärenbabys von ihrer Mutter so schlecht behandelt wurden.

Bereits Mitte der 60er Jahre hat der Direktor des Züricher Zoos und Begründer der wissenschaftlichen Tiergartenbiologie Heini Hediger in seinem Standardwerk „Mensch und Tier im Zoo“ von Fällen wie Kindstötungen und Kindesmisshandlungen berichtet. Kindstötungen fand er überwiegend bei Leoparden, Tigern, Pumas und Bären. Der Grund für die Tötungen lag seiner Ansicht nach zunächst bei gewöhnlichen Störungen wie z.B. der Lärm der von Menschen durch zuschlagen von Türen oder Maschinen verursacht wird.

Für viele Tiermütter sei eine optimale Geborgenheit für ein normales Aufzucht verhalten unerlässlich. Er schließt mit der Feststellung: „Exposition kann hier tödlich sein.“

Es ist mit diesem Wissen geradezu grotesk, das zoologische Anlagen mittlerweile dazu übergehen bzw. übergegangen sind, Geburten von Eisbärenbabys bereits während der Schwangerschaft anzukündigen. Einfach weil wegen des dadurch entstehenden Medieninteresses – und dies wird nach dem Ereignis „Knut“ und „Flocke“ sicherlich nicht geringer – von Geborgenheit und der hiermit verbundenen Ruhe sicher nicht mehr die Rede sein kann.

Den Tieren wird der eigentliche Lebensraum genommen und sie werden zu Statussymbolen und Einnahmequellen der zoologischen Anlagen. Eingepfercht im immer gleichen Käfig was bei den Tieren zur räumlichen Verblödung führt.

Manch einer sollte sich Tiere die in einem Zoo, in kleinen Käfigen oder Anlagen gehalten werden etwas länger beobachten. In 90% der Fälle kommt man zu dem Schluss, dass diese Tiere Verhaltensauffälligkeiten aufweisen. Ist das artgerechte Haltung?

Alles was mit dem Namen „Flocke“ in Verbindung gebracht werden konnte wurde markenrechtlich geschützt und wird nun überwiegend über das Internet vertrieben. Einige Beispiele finden sie hier

— Interesse an artgerechte Haltung oder Gier nach Profit? —

Tausende von Besuchern, Fotografen und Kameraleuten tummeln sich vor den Gehegen, machen einen riesen Radau und stören somit den Lebensraum und die artgerechte Entfaltung der Tiere.

Ist dies wirklich sinnvoll oder evtl. sogar bedenklich?

2 Antworten

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  1. […] sein und ein Hobby, das Spaß macht. Deshalb sind ein sicheres Wesen des Hundes und seine artgerechte Erziehung und Haltung aus mehreren Gründen wichtig. Zum einen hat dies für den Hund selbst Vorteile, da er mehr […]

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