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Bienensterben bedroht weltweite Wirtschaft

Weltweit ist schon seit einigen Jahren ein massives Bienensterben zu beobachten. Neben Faktoren wie dem Klimawandel und der geringeren Pflanzenvielfalt sind vor allem landwirtschaftlich genutzte Pestizide dafür verantwortlich. Avaaz.org startet jetzt eine große Kampagne zur Rettung der Bienen.

In den vergangenen Jahren sind in Deutschland, der Schweiz, in Österreich und etwa der Hälfte der europäischen Länder die Bestände der Honigbienen stark zurückgegangen. Wissenschaftler warnen eindringlich vor der Verwendung von Pestiziden, da diese die Bienen orientierungslos machen und am Ende töten. Schon jetzt gibt es zu wenig Bienen, damit die Nutzpflanzen befruchtet werden können. Zwar übernehmen auch Wildbienen die Bestäubung der verschiedenen Pflanzen, doch auch sie werden durch die Pestizide geschädigt und zunehmend dezimiert. Pestizide wirken direkt auf das Nervensystem von Honig- und Wildbienen und das schon in geringen Konzentrationen.

Neonicotinoide sind hauptverantwortlich

In der Landwirtschaft kommen vor allem Neonicotinoide zum Einsatz. Dabei handelt es sich um Nikotinverbindungen auf synthetischer Basis, die zum Beizen des Saatguts verwendet werden. Die Pestizide geraten bei der Aussaat auch in die Luft und die umliegende Umgebung, wo sie von den Bienen auf ihrem Sammelflug direkt aufgenommen werden. Der Einsatz eines neuen Pestizids namens Clothianidin (hergestellt von der Firma Bayer) sorgte im Frühjahr 2008 durch die Verwendung bei der Maisaussaat am Oberrhein für ein Massensterben der Bienen. Clothianidin soll gegen Drahtwürmer, Frittfliegen und Maiswurzelbohrer wirken. Nach dem Vorfall 2008 am Oberrhein kam es zu einem vorübergehenden Verbot des Pestizids. Nachdem der Bayer-Konzern in einer unternehmenseigenen Untersuchung darlegte, dass das Mittel unbedenklich sei, wurde es nach einem Jahr wieder zugelassen. Schon jetzt prophezeien Imker, dass Äpfel und Mandeln schon bald zum Luxusgut werden könnten, da nicht mehr genug Bienen zur Verfügung stehen, um die Pflanzen zu bestäuben. Findet kein Umdenken statt, geht das Bienensterben weiter. Schädlinge, gegen die die Pestizide in der Landwirtschaft eingesetzt werden, entwickeln mit der Zeit Resistenzen, so dass immer mehr und immer aggressivere Pestizide eingesetzt werden müssen.

Fragwürdige Studien zum Bienensterben

Einige groß angelegte Studien mit Beteiligung der Industrie, die Pestizide herstellt (Bayer, BASF, Syngenta) wollen uns weismachen, dass die verwendeten Insektizide nicht für das Massensterben der Bienen verantwortlich sind. Eine der Studien, die zu 50 % von der Chemie-Industrie finanziert wurde, ist das so genannte „Bienen-Monitoring“, die bereits seit 2004 läuft. Das Massensterben von 2008 wurde merkwürdigerweise überhaupt nicht in die Studie aufgenommen. Untersuchungen ohne Industriebeteiligung, zum Beispiel der Bericht des UN-Umweltprogramms im Jahr 2011, sprechen jedoch eine andere Sprache und belegen neben Blütenarmut und Klimawandel vor allem die Pestizide als Hauptursache für das weltweite Bienensterben. Der BUND fordert, alle Nicotinoide endgültig zu verbieten. Auf Drängen von Umweltverbänden und Imkern kam es im April 2013 zu einem vorübergehenden Verbot für drei Nicotinoide, allerdings nur für die Dauer von zwei Jahren. Das ist eindeutig zu wenig. Avaaz.org startet jetzt eine weltweite Kampagne, um eine unabhängige Studie durchzuführen und das endgültige Verbot der gefährlichen Pestizide durchzusetzen.

Endgültiges Verbot zur Rettung der Bienen

Avaaz.org plant die Durchführung einer groß angelegten Studie, die ein für allemal belegen soll, dass Neonicotinoide für das Massensterben der Honigbienen verantwortlich sind. Findet kein Umdenken statt und hält das Bienensterben weiter an, wird das unmittelbare Folgen für die Wirtschaft haben. Nutzpflanzen werden nicht mehr oder nur unzureichend bestäubt, die Ernteerträge fallen dementsprechend gering aus. Chemieunternehmen wie Bayer wollen mit selbstfinanzierten Studien der Regierung weismachen, dass ihr Produkt nicht für das Bienensterben verantwortlich ist. In den USA scheinen sie damit Erfolg zu haben, denn die dortige Regierung will kein Verbot für Neonicotinoide aussprechen, da noch nicht genug Beweise für die Verantwortlichkeit der Pestizide sprechen. Avaaz.org möchte mit seiner Kampagne erreichen, dass in den USA ein richtungsweisendes Verbot für die Verwendung von Pestiziden ausgesprochen wird. Außerdem sollen die Studienergebnisse über zahlreiche Medienkanäle verbreitet, Meinungsumfragen durchgeführt und gegen Regierungsbehörden, die trotz eindeutiger Beweise der Giftigkeit Neonicotinoide genehmigt haben, rechtliche Schritte eingeleitet werden. Weiterhin soll erreicht werden, dass Einzelhändler die tödlichen Neonicotinoide aus ihrem Sortiment nehmen. Die Kampagne von Avaaz.org finanziert sich durch Spenden. Nur wenn genug Spenden zusammenkommen, werden diese abgewickelt und für die Kampagne verwendet. Jede Spendenzusage (Spendenbeträge ab 2 Euro sind möglich) hilft, zur Rettung der Honigbienen beizutragen.

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