Beziehung mit Mehrwert: Senioren und Haustiere

Hunde und Katzen, aber auch andere Haustiere stehen bei Senioren hoch im Kurs. Sie vertreiben die Langeweile, fungieren als Seelentröster und nehmen die alten Herrschaften in die Verantwortung, wollen sie doch umsorgt und im Falle eines Hundes auch ausgeführt werden. Neben der positiven Wirkung, die ein Haustier auf einen alten Menschen ausübt, sollte immer bedacht werden, ob das Tier auch wirklich auf Dauer eine gute Bleibe hat.

Tiere tun Senioren gut

Dass Haustiere auf Senioren eine positive Wirkung haben, ist sogar durch zahlreiche medizinische Untersuchungen wissenschaftlich belegt. Mit der Haustierhaltung sinkt das Infektionsrisiko erheblich, die Gefahr von banalen Infekten ist deutlich niedriger als bei Personen, die kein Haustier halten. Auch Blutdruck und Pulsfrequenz bewegen sich bei Haustierhaltern eher im Normalbereich, Tierbesitzer sind einfach ausgeglichener. Ebenfalls belegt ist, dass Patienten, die ein Haustier besitzen, wesentlich weniger auf Schmerzmittel angewiesen sind als jene ohne Haustier. Offensichtlich hat die Haltung von Bello oder Mieze nicht nur einen positiven Einfluss auf das Seelenleben, sondern senkt auch das Schmerzempfinden der Betroffenen. Hunde brauchen täglichen Auslauf und so ist auch der Besitzer mehrmals täglich zu einem aktiven Leben gezwungen. Das fördert ganz automatisch die Fitness, sorgt für eine Gewichtsreduktion bzw. das Halten des Idealgewichts und regt durch die Bewegung an der frischen Luft bei jedem Wetter das Immunsystem an. Auch im seelischen Bereich haben Haustiere viel zu geben. Vor allem alte Menschen, die allein leben, profitieren von dem Kontakt zum Haustier, denn es braucht Ansprache und Körperkontakt und lässt so die Einsamkeit ein wenig vergessen. Depressionen treten gar nicht erst auf oder werden deutlich gemildert.

Bei aller Tierliebe das eigene Alter nicht vergessen

Es kann vorkommen, dass Tierheime an alte Menschen keinen Hund oder keine Katze mehr vermitteln. Das mag auf den ersten Blick diskriminierend wirken, hat aber einen guten Grund: Ein Hund hat eine Lebenserwartung von zehn bis zwölf Jahren, manchmal sogar mehr. Katzen können ein stolzes Alter von 16 bis 20 Jahren erreichen. Da stellt sich automatisch die Frage, ob das Tier seinen Senioren nicht überlebt. Und was geschieht dann mit ihm? Doch nicht nur dieser Aspekt ist ausschlaggebend für die Negativentscheidung eines Tierheims: Das Tier muss täglich versorgt, ein Hund auch ausgeführt werden, Futter muss eingekauft und regelmäßige Tierarztbesuche wahrgenommen werden. Kann ein Senior das noch alles leisten und das auf lange Sicht? Tierliebe ist schön und gut, dabei sollte aber die Verantwortung nicht zu kurz kommen. Nur wer es sich wirklich auf Dauer noch zutraut und für den Ernstfall Helfer in Verwandtschaft und Freundeskreis parat hat, kann sich auch im fortgeschrittenen Alter noch guten Gewissens auf ein neues Haustier einlassen.

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