Aufgewacht und nachgedacht – nicht nur am Welttierschutztag

Seit 1931 nutzen Tierschützer auf der ganzen Welt den 04.Oktober dazu, um auf Missstände in der Tierhaltung aufmerksam zu machen und an den würdevollen Umgang mit Tieren zu erinnern. In Deutschland ist der Tierschutz leider erst seit zehn Jahren im Grundgesetz festgeschrieben. Ob es an der geringen Zeitspanne liegt, dass sich bisher so wenig geändert hat?

Unzumutbare Haltung von Nutztieren trotz Tierschutzgesetz

Die Haltung von Nutztieren in engen Ställen und Käfigen gehört scheinbar immer noch zum guten Ton. Auch die Tierversuche in den zahlreichen Laboren sind nicht weniger geworden. Ein Schlag in die Magengrube für die Tierschützer sind die Pläne von Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner, die Käfighaltung von Hühnern weiter zu billigen. Obwohl Landwirtschaftsminister verschiedener Bundesländer dagegen Sturm gelaufen sind, hält Aigner an ihren Plänen fest. Und so müssen Hühner die enge Käfighaltung weitere 20 Jahre über sich ergehen lassen – mindestens. Die Macht der Verbraucher, Produkte mit Eiern oder Fleisch aus Massentierhaltung links liegen zu lassen und somit eine Änderung herbeizuführen, wird dadurch untergraben, dass Fertigprodukte wie Kuchen nicht dahingehend deklariert werden müssen, woher die Eier stammen.

Tiere sind keine Gebrauchsgegenstände

Nicht viel besser geht es Hunden, Katzen und Kleintieren. Obwohl Tierliebe angeblich groß geschrieben wird, kann in erschreckend vielen Haushalten von artgerechter Tierhaltung keine Rede sein. Da leben Hunde und Katzen zusammengepfercht mit vielen Artgenossen auf engstem Wohnraum, ohne eine Chance auf täglichen Auslauf. Kaninchen, Meerschweinchen und Hamster werden in Käfigen in der Wohnung „ausgestellt“ sobald sich herausstellt, dass sie keine Kuscheltiere im klassischen Sinn und deshalb nicht zu gebrauchen sind. Regelmäßig zur Urlaubszeit, gern auch nach Weihnachten, füllen sich Tierheime mit unerwünschten Hunden und Katzen, die kurzerhand ausgesetzt werden. Die Tiere, die nicht das Glück haben, im Tierheim abgegeben zu werden und somit eine Chance auf einen neuen, liebevollen Besitzer bekommen, landen auf der Straße oder im schlimmsten Fall im Versuchslabor.

Tierschutz praktizieren kann jeder

Tierschutz fängt bei jedem selber an. Ein Tier, egal welches, sollte nur dann angeschafft werden, wenn alle Familienmitglieder damit einverstanden sind, keine Allergie vorliegt und genug Zeit und Geld zur Verfügung stehen, um dem Tier ein angenehmes Leben zu ermöglichen. Wer noch mehr tun möchte, spendet an Tierschutzvereine und Tierheime, führt Hunde aus dem Tierheim spazieren oder lässt wild lebende Katzen, die regelmäßig zur Fütterung kommen, kastrieren, um die übermäßige Katzenpopulation einzudämmen.

Der Welt-Tierschutztag ist ein guter Anlass für alle, darüber nachzudenken, wie Tieren – im Großen wie im Kleinen – mit mehr Respekt und Rücksichtnahme begegnet werden kann. Umso besser, wenn am 04. Oktober gefasste, gute Vorsätze dauerhaft Bestand haben.

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